#096 – Alles leben

Shownotes

In dieser Folge unseres Praxiswegs „Stille lernen“ üben wir gemeinsam fünf Minuten Stille. 🌿

Tiefer Leben Lernen verbindet Achtsamkeit, Embodiment, Psychologie und Spiritualität – in kleinen täglichen Impulsen auf dem Weg zu mehr Präsenz.

„Es handelt sich darum, alles zu leben.“

Vielleicht ist genau das eine der großen Herausforderungen unseres Lebens.

Mit dem Schönen da sein. Mit dem Schwierigen. Mit dem, was wir verstehen – und mit dem, was wir nicht verstehen.

Nicht alles sofort auflösen zu müssen.

Sondern Schritt für Schritt hineinzuleben: In Fragen. In Erfahrungen. Vielleicht irgendwann sogar in Antworten.

Die Einladung für heute: Für einen Moment einfach da zu sein – mit allem, was gerade Teil deines Lebens ist.

Am Ende dieser Folge: Fünf Minuten Stille – Moment für Moment.

Mehr zum Podcast www.gabrielkirchner.com/podcast

Hinweis Dieser Podcast versteht sich als Einladung zum Aufbau einer eigenen Praxis der Stille und ist keine therapeutische oder medizinische Begleitung. Stille kann innere Prozesse vertiefen und auch herausfordernde Inhalte berühren. Bitte achte gut auf dich und entscheide jederzeit selbst, ob eine Übung oder ein Moment der Stille für dich gerade stimmig ist.

Transkript anzeigen

00:00:02: über die Geduld.

00:00:05: Man muss den Dingen, die eigene stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann.

00:00:20: Alles ist austragen und dann gebären, reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht dringt in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

00:00:40: Er kommt doch!

00:00:42: Aber er kommt nur zu den Geduldigen die da sind als ob die Ewigkeit vor ihnen läge so sorglos still und weit.

00:00:54: Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen Und versuchen die Fragen selber liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

00:01:11: Es handelt sich darum alles zu leben!

00:01:17: Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich ohne es zu merken eines fremdetages – in die Antworten hinein.

00:01:29: Rainer Maria Rilke Und damit herzlich willkommen zu dieser Folge von tiefer leben lernen, zur letzten Folge in dieser Woche und zu der letzten Folge mit diesem Text von Rilke den wir uns diese Woche ein bisschen angeschaut haben.

00:01:51: Ich merke fast dass ich noch eine Woche mit dem Text verbringen könnte aber heute schauen wir uns einfach noch die letzte Strophe an.

00:02:02: es handelt sich darum alles zu leben.

00:02:08: das ist vielleicht die große Herausforderung.

00:02:14: Alles zu leben, was in unserem Leben auftaucht – die Höhen und Tiefen, das Dunkle und das Helle, dass wir verstehen auch das, was wir nicht verstehen mutig zu leben zur Verkörpern dazu sein mit allen Gedanken und Gefühlen Mit allem, was das vielleicht an Unsicherheit auslöst.

00:02:46: Und vielleicht wenn man die Fragen lebt dann allmählich ohne es zu merken auch in die Antworten hineinzuleben.

00:02:59: In der Psychologie gibt's so ein Wort Das nennt sich Ambiguitätstoleranz.

00:03:06: Ein da sein können mit den Ambiguitäten, den Widersprüchen und den Spannungen in unserem Leben.

00:03:15: Ich glaube dieses Wort steht kurz davor zu sowas wie Achtsamkeit zu werden.

00:03:22: Es könnte auch eine Art kulturelle Welle werden wo dann die ganzen Bücher die jetzt gerade über Achtsamkeit geschrieben wurden über Ambiguitätstoleranz geschrieben werden.

00:03:34: aber vielleicht brauchen wir noch ein bisschen bis das er wirklich gesellschaftlich anschlussfähig wird.

00:03:41: Denn aktuell, so ist wenigstens mein Eindruck sind wir noch ein bisschen verliebt in die Idee dass wir alle Antworten haben können.

00:03:51: Dass wir alle Sicherheiten finden können wenn wir uns nur genug denkerisch anstrengen können und wirklich da zu sein mit dem Ungelösten im Herzen Fragen selber lieb zu haben und all das zu leben Auch das, was wir nicht wissen verstehen oder beantworten können.

00:04:16: Was dann häufig schnell Unsicherheit in uns auslöst.

00:04:20: Das ist eine ganz schöne Man mag sagen Herausforderungen vielleicht auch einfach ein Weg Den wir gerade als Gesellschaft noch gehen dürfen Und auch der Weg den wir vielleicht Denn daraus besteht ja Gesellschaft Ich und du hier gehen üben dürfen Schritt für Schritt Einheit für Einheit, wenigstens das eine der Gedanken hinter diesem Abenteuer und Experiment der Stille.

00:04:52: Und so lad ich dich und ladig uns auch ein wenn wir heute in fünf Minuten der Stile zu gehen auszuprobieren wie das ist da zu sein und vielleicht zu versuchen alles zu leben präsent zu sein mit all dem was jetzt eben heute hier Und jetzt da ist.

00:05:16: Alles Leben kann ja groß scheinen, aber vielleicht können wir das für fünf Minuten ganz übersichtlich üben.

00:05:24: und wer weiß?

00:05:25: Vielleicht leben wir ganz allmählich ohne es zu merken eines fremden Tages fünf Minuten für fünf minuten aus Versehen auch in irgendwelche Antworten hinein.

00:05:43: So leide ich dich und dadich uns ein jetzt nochmal tief durch zu atmen.

00:05:49: Und dann da zu sein!

00:05:52: Moment für Moment, so wie es jetzt gerade ist in fünf Minuten der Stille.

00:11:06: Das waren sie für heute unsere fünf Minuten Der Stille und das waren Sie für diese Woche wenn du das ganze in Echtzeit hörst.

00:11:19: Und das war es auch für diesen Monat, im Monat Mai mit fünf Minuten der Stille.

00:11:27: Das war's auch mit dem Text von Rilke über die Geduld den ich gleich zum Abschluss noch einmal ganz lesen werde.

00:11:36: Viele Abschiede gerade!

00:11:40: Ich wünsch dir auf jeden Fall dass du die Erfahrung wie du jetzt gerade gemacht hast spüren sehen und diese wieder verabschieden kannst.

00:11:56: Und weitergehen in deinem Tag, vielleicht in deinen Wochenende und vielleicht mit der Idee der Stille im Hintergrund Moment für Moment und Situation für Situation mutig hineinleben kannst – in all das was sich bei dir zeigt!

00:12:20: Und so lese ich uns zum Abschluss noch einmal den Text von Rilke über die Geduld.

00:12:27: Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen.

00:12:34: Die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann – alles ist austragen und dann gebären, reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne Angst dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

00:13:00: Er kommt doch, aber er kommt nur zu den Geduldigen die da sind als ob die Ewigkeit vor ihm läge so sorglos still und weit.

00:13:15: Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen Und versuchen die Fragen selber liebzuhaben Die verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

00:13:32: Es handelt sich darum alles zu leben – und wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich ohne es zu merken eines fremen Tages in die Antworten hinein.

00:13:49: Alles Gute dir!

00:13:51: Bis zum nächsten Mal.

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