#078 – Weniger ist manchmal mehr
Shownotes
In dieser Folge unseres Praxiswegs „Stille lernen“ üben wir gemeinsam fünf Minuten Stille. 🌿
Tiefer Leben Lernen verbindet Achtsamkeit, Embodiment, Psychologie und Spiritualität – in kleinen täglichen Impulsen auf dem Weg zu mehr Präsenz.
Diese Woche schauen wir auf eine Metaanalyse zu herausfordernden Erfahrungen in Meditation und Achtsamkeit.
Ein Punkt, der für mich daraus besonders wichtig wird: Praxis braucht nicht nur Tiefe – sondern auch eine gute Dosierung.
Mehr ist nicht automatisch besser. Länger ist nicht automatisch heilsamer.
Gerade wenn Stille etwas in uns berührt, kann es wichtig sein, das eigene Tempo ernst zu nehmen.
Nicht forcieren. Sondern spüren.
Die Einladung für heute: Dein eigenes Maß finden – und ihm vertrauen.
Am Ende dieser Folge: Fünf Minuten Stille – in deinem Rhythmus.
Studie https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32820538/
Mehr zum Podcast www.gabrielkirchner.com/podcast
Hinweis Dieser Podcast versteht sich als Einladung zum Aufbau einer eigenen Praxis der Stille und ist keine therapeutische oder medizinische Begleitung. Stille kann innere Prozesse vertiefen und auch herausfordernde Inhalte berühren. Bitte achte gut auf dich und entscheide jederzeit selbst, ob eine Übung oder ein Moment der Stille für dich gerade stimmig ist.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge hier bei Tiefer Leben Lernen.
00:00:07: Schön, dass du dabei bist!
00:00:11: Und dich hier mit uns auf die mutige Reise machst das Abenteuer stille zu lernen wo wir uns in diesem Jahr an bis zu zehn Minuten der Stille herantasten.
00:00:23: Wir tun das hier in sehr kleinen Schritten.
00:00:27: Es gibt immer noch ein bisschen Information, Impulse, Ideen, Anregungen vorher.
00:00:33: Dann praktizieren wir ein paar Minuten der Stille gemeinsam und dann gibt es noch einen kleinen Abschluss.
00:00:42: Und einer der Gründe dass das hier so kleinschrittig und langsam geht ist, dass Meditation im Allgemeinen oder auch Stille wie wir es hier praktiziert In spezifischeren Fall eben auch herausfordernde Erfahrungen mit sich bringen kann.
00:01:02: Das gilt gar nicht so viel für Menschen, die schon eine bekannte psychische Herausforderung haben – das kann auch sein!
00:01:11: Aber es gilt genauso für Menschen ,die sich sonst total stabil und sicher und gesund erleben.
00:01:19: Das ist ein Ergebnis aus einer Meta-Analyse von Farias et al.
00:01:24: aus dem Jahr zwei Tausend zwanzig, die wir uns in dieser Woche mal mit einem ganz paar wenigen kleinen Punkten anschauen.
00:01:34: Wir haben in der ersten Folge falls du sie noch nicht gehört hast diese Woche kannst du nochmal zurück hören schon gehört das ungefähr acht Komma drei Prozent der Menschen die irgendwie mit Meditation und Achtsamkeit in dieser Studie in Kontakt gekommen sind, negative Erfahrungen berichten.
00:01:54: Und heute habe ich uns noch eine ganz andere spannende Zahl mitgebracht.
00:01:59: Und zwar haben die Autoren innerhalb der Studien, die sie untersucht haben – Sie haben wirklich Tausende von Studien analysiert und konnten dann schließlich dreiundachtzig Studien in ihre Auswertung einbeziehen.
00:02:14: Das ist ja häufig in der Wissenschaft so, dass irgendwie einfach Daten fehlen.
00:02:18: Informationen fehlen den Datensätzen.
00:02:21: Ich glaube die haben Studien einbezogen von den neunzehnten und siebziger Jahren bis zwei tausend achtzehn oder neunzen also schon eine große Spannweite.
00:02:32: Und da sind final drei in achtzig Studien gar nicht so wenig mit sechstausend siebenhundert Teilnehmenden.
00:02:40: Und eine weitere spannende Zahl, die aus dieser Untersuchung herauskam ist das bei Studien, die experimentell angelegt waren.
00:02:51: Also wo es wirklich darum ging, experimentell einer Intervention zu untersuchen.
00:02:57: Es waren bei den Studien sehr viele Achtsamkeitsstudien Mindfulness-Based wie man so schön sagt.
00:03:05: Da gibt's verschiedene Ansätze aber es waren.
00:03:10: und bei denen die quasi im Experiment stattgefunden haben, wurden nur drei Komma sieben Prozent MAES Major Adverse Events also unangenehme Erfahrungen von ein bisschen größeren Ausmaß berichtet.
00:03:26: Und der spannende Unterschied ist bei Beobachtungsstudien wo man sozusagen Kurse oder andere Achtsamkeitsinterventionen untersucht hat.
00:03:36: Da wurden bei insgesamt dreiunddreißig Komma zwei Prozent irgendwo im Verlauf mal eine schwierige, mindestens eine schwierigen Erfahrung berichtet.
00:03:49: Und das ist ja an sich schon ein sehr, sehr spannendes Ergebnis.
00:03:54: Bei denen die experimentell irgend einen Effekt haben wollten wurde eine viel kleinere Zahl schwieriger Erfahrungen gemacht als bei denen wo einfach Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine sowieso schon laufende Intervention beobachtet haben.
00:04:11: Ja, gäbe es viele Gründe die Autoren fachsimpeln hier auch.
00:04:15: einer der mir auch sehr nahe und plausibel erscheint ist das natürlich in experimentellen Studien auch darauf hingewiesen wird dass meditation oder achtsamkeitsintervention negative Effekte haben können Und dann liegt die Zahl nicht zuletzt wahrscheinlich auch deswegen schon geringer Weil man sich darauf einstellen, vorbereiten und auch den Umgang mit diesen Herausforderungen lernen kann.
00:04:44: Das wird in Studien dann auch oft gemacht, dass Menschen beigebracht wird – hey!
00:04:49: Wenn es stressig wird, dann hör auf, dann atme durch, dann nimm dir eine Pause.
00:04:55: Und so vielleicht für uns auch spannend.
00:04:58: Praxis braucht nicht immer nur Tiefe sondern eine Weise-und gute Dosierung.
00:05:06: Oder einfacher gesagt, mehr Praxis ist nicht immer die bessere Praxis.
00:05:11: Und ich hoffe wenn du das hier schon länger hörst dass du inzwischen mitbekommen hast, dass sich auch deswegen immer wieder darauf hinweise und auf diesen titrierten und gut dosierten kleinschrittigen Ansatz wähle Dass du gut auf dich achten kannst, dich nicht überforderst und dann hoffen dich wie das diese Ergebnisse hier auch nahe legen vor allen Dingen gute Erfahrungen machen kannst oder wenn auch mal herausfordernde Erfahrungen dabei sind, mit denen umgehst und dich gut um dich kümmerst.
00:05:46: Wenn das mal irgendwo für dich alleine zu viel werden sollte dann such dir bitte professionelle Unterstützung sei es bei einem anerkannten Psychotherapeuten überhaupt eine andere Unterstützung, das kann ja auch schon erst mal ein Gespräch mit Freunden bekannten sein.
00:06:03: oder dass du einfach auf Pause drückst wenn die Stille zu viel wird.
00:06:07: Kümmer dich gut um dich oder schreib mir auch gerne Nachricht, wenn ich da unterstützen kann.
00:06:14: Ja und damit lade ich Dich und lade Ich uns ein jetzt nochmal tief durchzuatmen.
00:06:22: Vielleicht magst Du Deine Schultern einmal kreisen Den Hals ein wenig sanft rollen und bewegen.
00:06:34: Und ankommen dort wo, wie du gerade bist.
00:06:41: Eine oder zwei tiefe und bewusste Atemzüge zu nehmen.
00:06:52: Während wir uns langsam einstellen auf fünf Minuten der Stille... Wir müssen uns gar nicht darauf einstellen dass irgendwas Negatives passiert.
00:07:11: Es dürfen auch einfach positiv oder angenehme Erfahrungen gemacht werden.
00:07:17: Aber egal, was sich zeigt heute und wie ich lade dich eines zu erleben, zu benennen, dich gut um dich zu kümmern und Schritt für Schritt zu spüren, was die Stille für Dich bedeutet – Heute Hier Und Jetzt.
00:07:47: Damit lade ich Dich und lad ich uns ein.
00:07:52: Moment für Moment, zu fünf Minuten der Stille.
00:10:32: Du darfst immer wieder zurückkommen in diesen Moment.
00:13:07: Das waren sie für heute unsere fünf Minuten Der Stille.
00:13:15: Vielleicht gibste dir noch einen Moment um zu spüren wie das heute für dich war.
00:13:27: vielleicht sind bestimmte Gedanken Gefühle Körperwahrnehmungen aufgetaucht.
00:13:39: Dann nimm dir auch einen Moment, dich ganz bewusst wieder zu verorten dort wo und wie du gerade bist falls du deine Augen geschlossen hattest die wieder zu öffnen vielleicht deine Füße mal ganz bewusst zu spüren wenn du gerade gehst oder stehst dich vielleicht einmal auszuschütteln Und einmal tief durchzuatmen.
00:14:16: Und dann freue ich mich, dass du heute hier dabei gewesen bist bei tiefer Leben lernen und mit uns gemeinsam hier experimentierst was die Stille vielleicht so mit dir macht.
00:14:34: Ich freue mich wenn du auch beim nächsten Mal wieder einschaltest.
00:14:38: wünschte jetzt einen guten Tag Frieden und Ruhe mit dir und sag mal bis ganz bald.
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